Scott Patron ST 910 black (2026)
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Beschreibung
Scott Patron ST 910 black (2026)
Super Trail – wenn 170 mm Federweg erst der Anfang sind
Wir haben dieses Modell analysiert, weil es eine Kategorie bedient, die im E-MTB-Segment immer stärker nachgefragt wird: das vollgefederte Enduro-E-Bike für ambitionierte Trailfahrer, die keinen Kompromiss bei Federweg und Reichweite eingehen wollen. Das „ST“ im Namen steht für Super Trail – und Scott meint das ernst. 170 mm Federweg vorne, 150 mm hinten mit Piggyback-Dämpfer, und bis zu 1.050 Wh kombinierter Akkukapazität: Das Patron ST 910 ist für die längsten und anspruchsvollsten Touren ausgelegt.
Die Farbe Black ist konsequent monochrom: mattschwarz, ohne Farbakzente, ohne Verspieltheit. Das passt zum Charakter dieses Rades, das nicht für den Feierabend-Trail gebaut wurde, sondern für Tage, an denen man morgens früh aufbricht und nicht weiß, wann man zurückkommt.
Rahmen & Konstruktion: Carbon vorne, Aluminium hinten – und ein Dämpfer, der verschwindet
Das ist der Punkt, bei dem das Patron ST 910 aus der Masse der E-MTBs heraussticht. Der Rahmen kombiniert einen Carbon-Hauptrahmen mit einem Aluminium-Hinterbau in einer Virtual-4-Link-Kinematik. Der Dämpfer ist in die Rahmenkonstruktion integriert, der Steuersatz erlaubt eine Winkelverstellung von ±0,6 Grad. Die Kabelführung erfolgt vollständig intern über das Syncros Cable Integration System.
Der integrierte Dämpfer ist ein zentrales Konstruktionsmerkmal bei Scott – und es lohnt sich, das zu verstehen. Normalerweise sitzt der Dämpfer eines Fully sichtbar zwischen Rahmen und Hinterbau. Scott versteckt ihn halb im Rahmendreieck, was optisch aufgeräumt aussieht, aber vor allem einen funktionalen Vorteil hat: Der Schwerpunkt liegt tiefer und weiter zur Rahmenmitte hin, was das Handling bei hohen Geschwindigkeiten stabiler macht. Was in der Werkstatt bedeutet: Dämpfertausch erfordert etwas mehr Aufwand als bei herkömmlichen Konstruktionen, weshalb man das bei der Wahl des Fachhändlers im Hinterkopf behalten sollte.
Der Carbon-Hauptrahmen senkt das Gewicht dort, wo es am meisten zählt – im Bereich des Steuerrohrs und des Oberrohrs, also der Masse, die man beim Einlenken und Herausheben am deutlichsten spürt. Der Rahmen ist PowerMore-ready, bietet einen zentralen Ständermontage-Punkt und ist UDH-kompatibel. Die UDH-Schaltaugen-Kompatibilität ist hier, wie bei den Cube-Modellen zuvor besprochen, kein Detail am Rande: Wer regelmäßig auf technischen Trails unterwegs ist und gelegentlich Stürze einkalkuliert, profitiert davon direkt.
Antrieb & Performance: Bosch CX mit 800 Wh – plus Option auf 1.050 Wh
Der Bosch Performance Line CX Motor liefert bis zu 100 Nm Drehmoment. Der CX ist in dieser Federwegsklasse die richtige Motorwahl: robust, erprobt und mit einem Ansprechverhalten, das auch auf steilem, losem Untergrund nicht durchdreht. Im Normalbetrieb arbeitet der CX mit 85 Nm – per Firmware kann die Leistung auf 100 Nm gesteigert werden. Das ist ein Punkt, den man beim Kauf ansprechen sollte: Ob das Freischalten per App konfigurierbar ist, hängt vom Händler und der jeweiligen Systemversion ab.
Das Patron verfügt über einen integrierten 800-Wh-Akku, der bequem über eine Unterrohrblende herausnehmbar ist. Herausnehmbar ist nicht trivial: Bei einem Bike dieser Größe und dieses Gewichts ist es ein echter Komfortgewinn, wenn man den Akku aus dem Rad nehmen und getrennt laden kann – besonders wenn das Rad im Keller oder in der Garage steht und keine Steckdose in der Nähe ist. Die PowerMore-Kompatibilität erlaubt es, einen optionalen 250-Wh-Zusatzakku zu integrieren, was die Gesamtkapazität auf 1.050 Wh bringt – die größte kombinierte Akkukapazität, die je in einem Scott E-MTB verbaut wurde. Mit dieser Kombination kann man sich selbst zum Shuttle werden, ohne auf externe Transportmittel angewiesen zu sein.
Das Kiox 300 Display zeigt Geschwindigkeit, Distanz und ermöglicht Navigation – es ist auf den Patron 900- und 910-Modellen verbaut. Das Kiox 300 ist Boschs mittelgroßes Display mit GPS-Integration – übersichtlich, wetterfest und im Trail-Betrieb gut ablesbar. Kein Touch-Display, dafür zuverlässig mit Handschuhen bedienbar.
Fahrwerk & Geometrie: 170 mm vorne, 150 mm hinten – und ein Steuersatz, der mitdenkt
Die Gabel ist eine RockShox Domain R Air, E-Bike-spezifisch, mit 170 mm Federweg, 15×110-mm-Achse, 44 mm Offset und Zugstufeneinstellung. Der Hinterbaudämpfer ist ein RockShox SuperDeluxe DebonAir Linear in Trunnion-Montage mit 185×55 mm Hub und Zugstufeneinstellung.
170 mm Gabelfederweg ist klar im Enduro-Bereich. Hier fährt man nicht mehr nur Trail, hier fährt man bewusst in technisches Gelände: Steilhänge, Drops, natürliche Gaps und lange Abfahrten, bei denen das Fahrwerk am Ende noch arbeitet. Die RockShox Domain R ist dabei eine Wahl, die man einordnen muss: Sie ist die untere Stufe in RockShox‘ Enduro-Gabelbereich, klar unter Lyrik oder ZEB positioniert. Das BIKE-Magazin hat in seinem Test genau diesen Punkt angesprochen – die Domain-Gabel rauschte bei harter Gangart zu unkontrolliert durch den Federweg. Das ist ein berechtigter Hinweis: Wer regelmäßig sehr aggressiv fährt, wird mittelfristig über ein Upgrade nachdenken. Für den ambitionierten Wochenend-Fahrer, der das Bike für lange, technische Touren nutzt und weniger für Enduro-Renneinsätze, ist die Domain R aber vollkommen brauchbar.
Der verstellbare Steuersatz verdient besondere Erwähnung. Das Syncros-Acros-System erlaubt eine Lenkkopfwinkelverstellung von ±0,6 Grad. Das klingt nach wenig, macht aber in der Praxis einen spürbaren Unterschied: 0,6 Grad steiler bedeutet mehr Agilität und Direktheit beim Einlenken, 0,6 Grad flacher bedeutet mehr Stabilität auf schnellen Abfahrten. Für ein Bike, das zwischen ausgedehnten Tourenfahrten und technisch anspruchsvollen Abschnitten wechseln soll, ist diese Anpassungsmöglichkeit nützlich.
Die Virtual-4-Link-Kinematik im Hinterbau folgt einem Konzept, das Scott über viele Generationen verfeinert hat. Im Test zeigte sich das Patron bergauf als ausgesprochen guter Kletterer: Der Hinterreifen findet selbst auf schwierigem Untergrund noch sehr viel Grip, und trotz moderaterer Geometrie fällt das Patron kaum hinter explizit kletterorientierte Konkurrenten zurück. Das ist für ein Bike mit 170 mm Federweg kein Selbstläufer – viele Enduro-E-MTBs verlieren bergauf einen erheblichen Teil ihrer Effizienz durch Hinterbau-Pumpen. Beim Patron gelingt der Balanceakt gut.
Komponenten-Check: Shimano Deore, Syncros-Eigenteile und 4-Kolben-Bremsen
Die Schaltgruppe ist eine Shimano Deore 12-fach mit dem Schaltwerk RD-M6100 und Schalthebeln SL-M6100. Die Kassette hat eine Bandbreite von 10 bis 51 Zähnen. Die Bremsen sind Shimano Deore M6120, 4-Kolben, hydraulisch.
Shimano Deore als komplette Schaltgruppe ist eine Stufe unter XT und damit ein klarer Hinweis auf das Preissegment, in dem das ST 910 positioniert ist. Das Deore-Schaltwerk schaltet präzise und zuverlässig, ist aber nicht so feinfühlig wie XT und verschleißt schneller bei schwerem Einsatz. Wer das Bike regelmäßig auf technischem, matschigem Terrain bewegt, wird nach zwei bis drei Saisons über ein Schaltwerk-Upgrade nachdenken – das XT RD-M8100 passt problemlos auf den UDH-Hänger.
Die Bremsen Shimano Deore M6120 mit vier Kolben sind die richtige Wahl für dieses Gewichtsklasse. Vier Kolben bedeuten – wie bei den zuvor besprochenen Modellen – bessere Kraftverteilung auf der Scheibe, konstanterer Druckpunkt und weniger Handkraftaufwand auf langen Abfahrten. Die Scheibengröße für das ST 910 sollte beim Kauf explizit nachgefragt werden, da verschiedene Quellen hier unterschiedliche Angaben machen.
Der Lenker ist ein Syncros Hixon 2.0 aus Aluminium 6061 mit 780 mm Breite, 8 Grad Rückschwung und größenabhängigem Rise von 15 mm in S und M sowie 25 mm in L und XL. Die absenkbare Sattelstütze ist eine Syncros Duncan Dropper Post mit 31,6 mm Durchmesser – in S mit 125 mm, in M mit 150 mm, in L mit 170 mm und in XL mit 200 mm Hub.
Syncros ist Scotts hausinterner Zubehörlieferant – eine strategische Entscheidung, die Vor- und Nachteile hat. Vorteil: Optisch und funktional ist alles aufeinander abgestimmt, das Bike hat eine kohärente Gesamterscheinung. Nachteil: Ersatzteile und Upgrades sind weniger breit verfügbar als bei Shimano- oder RockShox-Komponenten. Die Sattelstützen-Hübe nach Rahmengröße gestaffelt zu vergeben, ist übrigens eine sinnvolle Entscheidung – kleinere Fahrer brauchen keinen 200-mm-Hub, der dann im worst case nur halb genutzt wird.
Reifen: Schwalbe Magic Mary und Albert – ein klares Bekenntnis zum Gelände
Vorne ist ein Schwalbe Magic Mary 29×2,5 Zoll in der Gravity-Variante mit Ultra Soft Gummimischung und radialem Aufbau montiert, tubeless-ready mit 120 TPI. Hinten läuft ein Schwalbe Albert 29×2,5 Zoll, ebenfalls Gravity, Soft-Mischung, radial, tubeless-ready.
Das ist eine ernstzunehmende Reifenwahl. Magic Mary vorne ist einer der griffigsten Enduroreifen auf dem Markt, besonders auf weichem, losem und feuchtem Untergrund. Ultra Soft bedeutet maximalen Grip auf Kosten von Rollwiderstand und Haltbarkeit – das ist eine Entscheidung für den Geländeeinsatz, nicht für Forstwegausgaben. Albert hinten ist griffiger als viele typische Hinterreifen und bietet dennoch etwas mehr Laufleistung als Magic Mary in beiden Achsen. Diese Kombination zeigt, dass Scott beim ST 910 keine Halbheiten macht: Das Bike soll im Gelände funktionieren, nicht auf dem Radweg glänzen.
Ausstattung: Licht, Ständer-Montage und PowerMore
Das Patron ST 910 verfügt über integrierte Lichter, verstecktes Kabelrouting sowie Montagevorbereitungen für Gepäckträger, Ständer und Action-Cam-Befestigungen. Das integrierte Rücklicht ist ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Fahrzeugklasse: Die meisten Enduro-E-MTBs verzichten vollständig auf jegliche Beleuchtung. Wer das Patron ST auch für Ausfahrten in der Dämmerung nutzen möchte, hat hier einen klaren Vorteil gegenüber Wettbewerbern.
Gewicht & Systemgewicht
Das Herstellergewicht liegt bei ca. 25,3 kg bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 130 kg. Im BIKE-Magazin-Test wurde ein Fahrzeuggewicht von tatsächlich 26,56 kg gemessen – die Differenz zwischen Herstellerangabe und Realgewicht ist bei E-MTBs in dieser Größenklasse nicht ungewöhnlich, weil die Herstellerangaben oft die kleinste Rahmengröße ohne Pedale zugrundelegen. Mit 130 kg maximalem Systemgewicht ist das Patron ST 910 eher für Fahrer mit weniger Zuladung ausgelegt – größere oder schwerere Fahrer sollten das vor dem Kauf berücksichtigen.
Zielgruppe: Wer sitzt auf diesem Bike?
Das Scott Patron ST 910 Black ist für Fahrer gebaut, die regelmäßig in anspruchsvollem Gelände unterwegs sind, lange Touren mit technischen Abfahrten kombinieren möchten und dabei auf ein Bike vertrauen wollen, das auch nach fünf Stunden Fahrt noch präzise arbeitet. Im Test zeigte sich das Patron als kompetenter Allrounder, der sich bergab sicher und kontrolliert fährt – die plüschige Federung schluckt grobe Schläge souverän und bleibt dabei trotzdem lebendig.
Weniger geeignet ist es für Fahrer, die ein leichtes, agiles Trail-Bike suchen – dafür ist das ST 910 mit Federweg und Gewicht zu konsequent auf Enduro-Einsatz ausgerichtet. Und wer täglich pendeln möchte, greift besser zu einem Trekking-E-Bike. Das Patron ST ist ein Wochenend-Werkzeug für ernsthafte Geländefahrer – und das mit einem integrierten Licht, das man in dieser Klasse sonst nirgends findet.
Technisches Datenblatt
| Kategorie | Merkmal | Spezifikation |
|---|---|---|
| E-System & Leistung | Motor | Bosch Performance Line CX (BDU384Y), Mittelmotor |
| PowerMore | Bosch PowerMore Ready (nicht verbaut) | |
| Akku | Bosch PowerTube 800 Wh, vollintegriert, entnehmbar, Li-Ion, 36 V | |
| Display | Bosch System Controller / Mini Remote | |
| Ladegerät | Bosch 4A | |
| Höchstgeschwindigkeit | 25 km/h | |
| Rahmen & Fahrwerk | Rahmenmaterial | Carbon Hauptrahmen / Aluminium Hinterbau (Alloy SST-CST) |
| Technologie | Integrated Suspension Technology, Virtual 4-Link Kinematik | |
| Besonderheiten | Adjustable Head Angle, Syncros Cable Integration System, Bosch Smart System, UDH Interface, 12×148 mm / 55 mm Chainline, Kickstand Mount | |
| Gabel | RockShox Domain R Air, E-Bike, Rebound Adjust, 15×110 mm, 44 mm Offset, Tapered, 170 mm | |
| Dämpfer | RockShox SuperDeluxe DebonAir Linear, Trunnion, Rebound Adjust, T185×55 mm, 150 mm | |
| Steuersatz | Syncros/Acros Angle Adjust & Cable Routing, ±0,6° Lenkwinkelverstellung, ZS56/28.6 – ZS56/40 | |
| Lenker | Syncros Hixon 2.0, 6061 Alloy, 780 mm (S/M: 15 mm Rise, L/XL: 25 mm Rise), 8° Backsweep | |
| Vorbau | Syncros AM 2.0, Cable Integration System, 4° Rise, 6061 Alloy, Ø 31,8 mm | |
| Griffe | Syncros Endurance Lock-On | |
| Antrieb & Schaltung | Schaltwerk | Shimano Deore RD-M6100-SGS, ShadowPlus, 12-fach |
| Schalthebel | Shimano Deore SL-M6100-IR, Rapidfire-Plus | |
| Kassette | Shimano CS-M6100, 10–51T | |
| Kurbel | FSA Alloy | |
| Kette | Shimano CN-M6100 | |
| Anzahl Gänge | 1×12 | |
| Pedale | nicht im Lieferumfang | |
| Bremsanlage | Bremssystem | Shimano Deore M6120, 4-Kolben, hydraulische Scheibenbremse |
| Bremsscheibe vorne | Shimano SM-RT64 CL, 220 mm | |
| Bremsscheibe hinten | Shimano SM-RT64 CL, 203 mm | |
| Laufräder & Reifen | Laufradgröße | 29″ |
| Felgen | Syncros MD30, 32H, 30 mm, Pin Joint, Tubeless Ready | |
| Vorderradnabe | Formula CL-811, 15×110 mm | |
| Hinterradnabe | Formula ECT-148M, Boost 148×12 mm | |
| Speichen | Stainless Black | |
| Reifen vorne | Schwalbe Magic Mary, 29×2.5″, Gravity, Radial, Ultra Soft, Tubeless Ready, 120 TPI | |
| Reifen hinten | Schwalbe Albert, 29×2.5″, Gravity, Radial, Soft, Tubeless Ready, 120 TPI | |
| Ausstattung & Komfort | Sattel | Syncros Tofino-E 2.5 Regular |
| Sattelstütze | Syncros Duncan Dropper Post 2.5, 31,6 mm (S: 125 mm / M: 150 mm / L: 170 mm / XL: 200 mm) | |
| Scheinwerfer | Lichtkabel vorinstalliert | |
| Rücklicht | Syncros integriertes Schutzblech-Rücklicht | |
| Spezifikationen | Gesamtgewicht | 25,3 kg |
| Zulässiges Systemgewicht | 130 kg (Fahrer + Fahrrad + Gepäck) | |
| Straßenzulassung | Nein | |
| Disziplin | E-MTB Fullsuspension, All Mountain & Enduro | |
| Modelljahr | 2026 | |
| Farbe | Black |
Zusätzliche Informationen
| Größe | L, M, S, XL |
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