Scott Solace Gravel 30 carbon black (2026)

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Beschreibung

Scott Solace Gravel 30 carbon black (2026)

Einleitung: Was Scott hier gebaut hat

Wir haben dieses Modell analysiert und kommen zu einer klaren Einschätzung: Das Solace Gravel 30 ist kein Einsteiger-E-Bike mit hübschem Aufkleber. Es ist ein ernsthaftes Gravel-Gerät, das konsequent auf ein Ziel hin entwickelt wurde – nämlich so wenig E-Bike zu sein wie möglich, und so viel Fahrrad wie nötig. Das Solace Gravel verbindet eine auf Ausdauer ausgelegte Geometrie mit einer komfortablen Sitzposition. In Verbindung mit dem leichten Carbonrahmen, großzügiger Reifenfreiheit und dem überarbeiteten TQ HPR60-Motor entsteht ein vielseitiges Gravel-Bike für lange Touren und sportliche Ausfahrten gleichermaßen.

Das Modell 30 ist der Einstiegspunkt in die Solace-Gravel-Linie – nicht im Sinne von kompromissbehaftet, sondern im Sinne von zugänglich. Der Rahmen ist identisch mit dem der teureren Modelle der Baureihe. Was sich unterscheidet, sind die Komponenten. Das ist eine ehrliche Konfigurationsstrategie, die wir in unserem Haus durchaus schätzen.

Antrieb & Performance: Der neue HPR60 – ein echter Schritt nach vorne

Das Modelljahr 2026 bringt beim Solace Gravel 30 eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Die neue TQ HPR60-Motoreinheit liefert 60 Nm Drehmoment – eine 20-prozentige Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgängermodell. Das klingt nach einer Zahl auf dem Datenblatt, macht sich im Fahrbetrieb aber tatsächlich bemerkbar: Wer mit dem HPR50 bereits vertraut ist, wird den HPR60 auf steilen Rampen sofort spüren. Der Motor setzt früher an, hält die Unterstützung länger konstant, ohne das typische Abwürgen kurz vor dem Kadenzlimit.

Was bleibt, ist die Kernphilosophie des TQ-Antriebssystems. Scott hat alle Solace eRIDEs mit einer Smartbox ausgestattet – einem kleinen Gerät, das eine hohe Integrationstiefe ermöglicht, da alles mit dem Hauptakku verbunden werden kann. Das bedeutet, dass Schalthebel und Lichter direkt mit dem Hauptakku verbunden und über diesen aufgeladen werden – weniger Ladegeräte, weniger Komplexität. Das ist eine durchdachte Systemlösung, die im Alltag Nerven spart.

Das Solace verfügt über einen internen 360-Wh-Akku, der durch einen externen 160-Wh-Range-Extender ergänzt werden kann. TQ verwendet spezielle Akkuzellen, die sicherstellen, dass sowohl der Hauptakku als auch der Range Extender bei voller Leistung weiterlaufen, auch wenn die Kapazität abnimmt. Das ist kein Marketingversprechen, sondern eine technische Besonderheit des TQ-Systems: Kein langsames Ausblenden der Unterstützung gegen Ende der Akkuladung, sondern ein gleichmäßiges Leistungsbild bis kurz vor leer.

Das Display ist im Oberrohr integriert und arbeitet mit Bluetooth sowie ANT+. Das bedeutet: direkte Anbindung an Garmin, Wahoo oder Hammerhead ohne Zusatzadapter. Für Fahrer, die ihre Touren mit GPS-Computer aufzeichnen, ist das ein echter Vorteil.

Fahrwerk & Geometrie: HMX-Carbon als Fundament

Hier liegt die eigentliche Stärke dieses Modells. Der Rahmen trägt die Bezeichnung Solace Gravel Disc HMX mit Endurance-Geometrie und integriertem Syncros-Kabelführungssystem sowie UDH-Schnittstelle und Range-Extender-Vorbereitung.

HMX ist Scotts hochwertigste Carbon-Faserqualität – identisch mit dem Material, das Scott für professionelle Rennräder einsetzt. Die Endurance-Geometrie arbeitet mit einem längeren Radstand, einem flacheren Lenkwinkel und einem leicht erhöhten Stack gegenüber einem Rennrad. Das ergibt in der Praxis: eine aufrechte, entspannte Haltung auf langen Strecken, ohne dabei das Handling zu opfern. Ein Gravel-Bike mit dieser Geometrie lässt sich souverän durch schnelle Schotter-Sektionen steuern, ohne dass man ständig aktiv gegenlenken muss.

Die Gabel ist eine Solace Gravel HMF mit Flat-Mount-Scheibenbremsaufnahme und einem 1 1/4″ bis 1 1/2″ exzentrischen Carbon-Gabelschaft. Der exzentrische Gabelschaft ist eine interessante Konstruktionsentscheidung: Er erlaubt eine schlankere Gabelkrone, ohne die Steifigkeit des Gabelschafts zu kompromittieren. Die konische Ausführung sorgt zudem für direkte Lenkimpulse – gerade auf unebenem Gelände, wo eine weiche Gabel Sicherheit kostet.

Das Solace bietet eine Reifenfreiheit von bis zu 50c. In Kombination mit dem Laufradsatz werden 50 mm breite Reifen montiert – das ist für ein E-Gravel-Bike mit Endurance-Anspruch eine solide Grundlage. Auf grobem Schotter, nassen Forstwegen oder sandigem Untergrund macht die zusätzliche Aufstandsfläche einen spürbaren Unterschied in Traktion und Komfort.

Der Laufradsatz sind Syncros Capital 2.0 Disc-Laufräder mit jeweils 28 Speichen, Steckachse 12×100 mm vorne und 12×142 mm hinten. Syncros ist Scotts hauseigene Komponentenmarke – gut integriert, durchdacht abgestimmt und im Falle des Capital 2.0 ein zuverlässiger Allrounder, der nicht durch übermäßiges Gewicht oder mangelnde Steifigkeit auffällt.

Komponenten-Check: Schaltung und Bremsen

Die Schaltgruppe ist die SRAM Apex XPLR AXS mit 12 Gängen. Als Schalthebel-Brems-Kombination kommen SRAM Apex AXS HRD Shift-Brake-Einheiten zum Einsatz, als Kassette eine SRAM XPLR PG1231 im Bereich 11 bis 44 Zähne.

Die Apex XPLR AXS ist die Einstiegs-Elektronikgruppe in SRAMs kabelloser Gravel-Linie. Das klingt nach Kompromiss – ist es aber nur bedingt. Elektronisches Schalten bedeutet: präzise, reproduzierbare Gangwechsel unabhängig von Kabelspannung und Schmutzablagerungen. Wer einmal mechanische Züge nach einer langen Schotterkoppel gereinigt hat, weiß, warum das relevant ist. Die Schaltpräzision von SRAM AXS ist gut, auch in der Apex-Variante. Der Unterschied zu den teureren Rival- oder Force-Gruppen liegt weniger in der Schaltperformance als in Gewicht und Materialqualität.

Die 1×12-Konfiguration mit 11-44er Kassette ist für ein E-Gravel-Bike passend gewählt. Der Motor kompensiert, was die Kassette an engerer Übersetzungsabstufung im oberen Bereich nicht liefert – und im unteren Bereich reichen 44 Zähne mit elektrischer Unterstützung für praktisch jede Steigung aus.

Die Bremsen sind ebenfalls Teil des SRAM Apex AXS HRD Shift-Brake-Systems, hydraulische Scheibenbremsen im Flat-Mount-Format mit SRAM HS2 160-mm-Rotoren vorne und hinten. SRAM HS2-Rotoren sind Stahl-Rotoren mit einer zuverlässigen, gleichmäßigen Wärmeabgabe – keine High-End-Komponente, aber für den Einsatzbereich dieses Rades absolut ausreichend. 160 mm vorne und hinten ist die Standardkonfiguration für ein sportliches Gravel-Bike dieser Gewichtsklasse. Die Modulation der hydraulischen Apex-Bremsen ist gut, das Druckpunkt-Gefühl ist definiert. Wer viele nasse Bergabfahrten plant, wird damit keine Probleme haben.

Bereifung: Schwalbe G-One Overland EVO

Als Bereifung kommen Schwalbe G-One Overland EVO in der Größe 700x50C vorne und hinten zum Einsatz. Der G-One Overland ist im Schwalbe-Portfolio eine Stufe aggressiver als der G-One Speed, aber griffiger als der G-One RS. Er hat ein ausgeprägtes Stollenprofil an den Flanken, das auf rutschigem Untergrund Halt gibt, während die Mitte des Reifens für ausreichend Rolleffizienz auf befestigten Wegen sorgt. 50 mm Breite ist dabei für ein Gravel-Bike mit Endurance-Ausrichtung die richtige Wahl: genug Volumen für niedrigen Luftdruck und damit guten Komfort, ohne dass das Rad auf Asphalt träge wirkt.

Cockpit: Vollständig von Syncros

Der Lenker ist ein Syncros Creston 2.0 X aus Aluminium, der Vorbau ein Syncros RR2.5 in der 1 1/4″-Ausführung mit vier Schrauben. Der Sattel ist ein Syncros Tofino, montiert auf einer Syncros-Sattelstütze. Das komplette Cockpit stammt also aus dem Scott-eigenen Syncros-Sortiment. Das hat einen praktischen Vorteil, der auf den ersten Blick nicht sichtbar ist: Das Kabelintegrationssystem von Scott (Syncros Cable Integration System) läuft durch Lenker und Vorbau hindurch – vollständig innen, ohne Außenkabel. Optisch sehr sauber, und im Alltag bedeutet das weniger Angriffsfläche für Schmutz und Beschädigungen.

Alltag & Ausstattung: Was fehlt – und was vorhanden ist

Das Solace Gravel 30 ist ein reines Sport- und Tourenrad. Es kommt ohne Schutzbleche, Gepäckträger oder Licht aus dem Werk. Das Solace kann jedoch mit einem Licht ausgestattet werden – dank der Smartbox im Oberrohr lassen sich kompatible Beleuchtungssysteme direkt an den Hauptakku anschließen. Das ist eine sinnvolle Lösung für Fahrer, die gelegentlich auch in der Dämmerung unterwegs sind, ohne das gesamte Rad auf Alltagsbetrieb umrüsten zu wollen.

Der UDH-Schaltaugenstandard am Hinterbau ist, wie bereits beim Cube-Modell erwähnt, ein Zeichen für langfristige Ersatzteilverfügbarkeit – und hier konsequent umgesetzt. Das maximale Systemgewicht beträgt 128 kg inklusive Fahrer, Ausrüstung und Gepäck. Das ist etwas niedriger als bei den zuvor besprochenen Modellen und sollte bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden, sofern schweres Gepäck für Bikepacking-Touren geplant ist.

Zielgruppe: Wer fährt dieses Rad?

Das Scott Solace Gravel 30 ist ideal für Fahrer, die ein erstes E-Gravel-Bike suchen und dabei Wert auf eine gute Balance zwischen Performance, Komfort und Vielseitigkeit legen. Das ist eine faire Selbsteinschätzung von Scott – und sie trifft es gut. Wer mit einem Carbon-Rahmen auf HMX-Niveau einsteigen möchte, aber noch nicht bereit ist, den Aufpreis für Force- oder RED-Gruppen zu bezahlen, bekommt hier das beste Rahmenpaket, das die Solace-Linie bietet – mit Komponenten, die für den Alltagseinsatz und sportliche Touren vollständig ausreichen.

Das Rad ist nichts für Fahrer, die ein vollausgestattetes Alltagsrad mit Licht und Gepäckträger suchen. Es ist aber das richtige Rad für alle, die Carbon-Qualität, einen leisen und unauffälligen Motor sowie elektronisches Schalten in einem Paket wollen, das auf langen Gravel-Touren und im anspruchsvollen Gelände seine Stärken ausspielt.

Technisches Datenblatt

Kategorie Merkmal Spezifikation
E-System & Leistung Motor TQ HPR60, max. 60 Nm, Mittelmotor
Akku TQ Internal, 360 Wh, vollintegriert, entnehmbar, Li-Ion, 48 V
Display TQ HPR60, Bluetooth, ANT+, AXS, Smartphone App
Ladegerät TQ AC, 90–264 V, 2A
Höchstgeschwindigkeit 25 km/h
Besonderheit Range Extender Ready
Rahmen & Fahrwerk Rahmenmaterial Carbon HMX
Geometrie Endurance Geometry
Besonderheiten Syncros Cable Integration System, TQ HPR60, UDH Interface, Range Extender Ready
Gabel Scott Solace Gravel HMF, Flatmount Disc, 1¼“–1½“ Eccentric Carbon Steerer
Steuersatz Acros AIF-1112
Lenker Syncros Creston 2.0 X, Alloy, Ø 31,8 mm
Vorbau Syncros RR-2.5, 1¼“, 4-Bolt, Ø 31,8 mm
Antrieb & Schaltung Schaltwerk SRAM APEX XPLR eTap AXS, 12-fach, elektronisch
Schalthebel SRAM APEX AXS HRD Shift-Brake System
Kassette SRAM XPLR PG-1231, 11–44T
Kurbel FSA eBike Alloy CK-746
Kette SRAM APEX
Anzahl Gänge 1×12
Pedale nicht im Lieferumfang
Bremsanlage Bremssystem SRAM APEX eTap AXS HRD, hydraulische Scheibenbremse, Flatmount
Bremsscheibe vorne SRAM HS2, 160 mm
Bremsscheibe hinten SRAM HS2, 160 mm
Laufräder & Reifen Laufradgröße 28″
Laufradsatz Syncros Capital 2.0 Disc (VR: 12×100 mm / HR: 12×142 mm), Syncros Achse mit Schnellspanner
Reifen vorne Schwalbe G-One Overland 365 Performance, 700×50C
Reifen hinten Schwalbe G-One Overland 365 Performance, 700×50C
Ausstattung & Komfort Sattel Syncros Tofino Regular 2.0 Cutout
Sattelstütze Syncros Duncan 1.0 iL, D-Shape
Rücklicht Syncros Campbell iL Rear
Spezifikationen Gesamtgewicht 14,3 kg
Zulässiges Systemgewicht 120 kg (Fahrer + Fahrrad + Gepäck)
Rahmenform Diamant
Disziplin E-Gravelbike
Straßenzulassung Nein
Modelljahr 2026
Farbe Carbon Black

Zusätzliche Informationen

Größe

L, M, S, XL, XS

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